549  Halde Rheinelbe, Gelsenkirchen

Uns zog es einfach mal wieder hin, zu der Halde Rheinelbe und der üppigen Vegetation dort.

Sie gehört immer noch zu den „brennenden Halden“.  Im Abraum befinden sich auch Kohlereste. Diese reagieren mit dem Sauerstoff, der ins Innere der Halde vordringt, und wegen des Wärmestaus kommt es schließlich zur Selbstentzündung. Es wurden Temperaturen bis zu 400 Grad Celsius gemessen.

Die Halde Rheinelbe wurde als Naherholungsgebiet erschlossen und gehört heute zu den Landmarken des Ruhrgebiets. Sie ist auch Teil der Route Industriekultur und stellt einen Tafelberg mit zusätzlich aufgeschüttetem, unbegrünten Spitzkegel dar.

Seit Anfang der 90er Jahre ließ der Künstler Herman Prigann auf der Halde und im umgebenden Gelände einen „Skulpturenwald“ entstehen. Abfall-Materialien des Industriezeitalters wie Mauerstücke, Betonblöcke und alte Stahlteile bilden in Verbindung mit Naturmaterialien Landschafts-Skulpturen. Der eigentliche Haldenberg ist mit spiralförmig angelegten Wegen erschlossen. Darauf thront die weithin sichtbare Himmelstreppe, ein 10 Meter hoher Aufbau aus schweren Betonblöcken.

Die Vegetation rundum ist nicht wie bei anderen Halden künstlich geschaffen, sondern hat sich nach Grundpflanzungen eigenständig entwickelt. Die neue Natur bleibt sich dort selbst überlassen. Es gibt sogar eine eigene Forststation dort – ein Förster mitten im Ruhrgebiet.

 

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